Sensitivity Reading
Texte transportieren immer auch Perspektiven – und damit Stereotype, Leerstellen und diskriminierende Sprache. Meist unbeabsichtigt und oft erst sichtbar, wenn ein Buch, ein Film oder eine Kampagne bereits veröffentlicht ist. Für Betroffene bedeutet das Verletzung, für Verlage, Produktionsfirmen, Redaktionen und Unternehmen Kritik, die sich hätte vermeiden lassen. Sensitivity Readings setzen an, bevor es zu spät ist.
Wir prüfen Texte vor der Veröffentlichung auf Stereotype, problematische Begriffe und diskriminierende Darstellungen – konsequent aus der Perspektive derjenigen, die davon betroffen sind. Dabei geht es nicht darum, Texte zu glätten oder Konflikte zu entfernen: Rassismus, Sexismus und andere Formen von Diskriminierung dürfen in Texten vorkommen und müssen es häufig sogar. Entscheidend ist, wie sie dargestellt werden und welche Wirkung sie entfalten. Das gilt besonders für Übersetzungen, in denen sich diskriminierende Begriffe selten eins zu eins übertragen lassen: Was im Original gesellschaftlich normalisiert war, kann im Deutschen deutlich härter wirken.
Ob historischer Roman, Kinderbuch, Drehbuch, Podcast- oder Video-Skript, Übersetzung oder Unternehmenskommunikation: Unsere Sensitivity Readings liefern konkrete Handlungsempfehlungen statt pauschaler Urteile. Die Entscheidung bleibt bei Autor*innen, Übersetzer*innen, Verlagen, Produktionsfirmen und Redaktionen – wir machen sichtbar, worüber entschieden wird.
- Sensitivity Reading von Manuskripten, Drehbüchern, Skripten und Übersetzungen
- Begriffsentscheidungen und Leitfäden für diskriminierungssensible Übersetzungen
- Prüfung von Kampagnen, Websites und Unternehmenskommunikation
- Beratung zu Inhaltshinweisen und Vorbemerkungen
- Begleitung von Neuauflagen und Neuübersetzungen historischer Texte
- Workshops zu diskriminierungssensibler Sprache für Lektorat und Redaktion